Veranstaltungen

Pop(p) Art: Sexualitäten und/als Kunst seit Andy Warhol

  DAI spezial

18 Uhr

Prof. Dr. Jonas Nesselhauf

Kurzführung durch die Ausstellung “Andy Warhol - Ikonen” mit anschließendem Vortrag

Moderne Galerie Saarbrücken

 

Kurzführung durch die “Andy Warhol: Ikonen” Ausstellung mit anschließendem Vortrag von Prof. Dr. Jonas Nesselhauf

Als in den 1960er Jahren gesellschaftliche Liberalisierungsprozesse, die vielbeschworene sexual revolution und neue mediale Technologien das Verständnis von Körper, Geschlecht und Sexualitäten radikal verändern, sind es die nordamerikanischen und europäischen Strömungen von Pop Art und Popliteratur, die seismographisch zugleich darauf reagieren und ästhetisch in die Gesellschaft zurückwirken.
Besonders im künstlerischen Schaffen von Andy Warhol, ohnehin die Ikone jener Kunstrichtung schlechthin, eröffnen Darstellungen sexueller und sexualisierter Körper in Zeichnungen und Gemälden, Photographien und Drucken, vor allem aber auch in seinen experimentellen Filmen, immer wieder die Möglichkeit, die soziale Gegenwart zu beobachten und konventionalisierte Vorstellungen zu hinterfragen.
Damit bewegt sich das „Populäre“ zwischen spielerischer Affirmation und gesellschaftlicher Kritik, wie ein Vergleich auf zeitgleiche Positionen zeigen soll: Denn über die Fetischisierung des weiblichen Körpers unter patriarchal geprägten Begehrensstrukturen bei Allen Jones oder der Verbindung von Konsum und männlicher Schaulust bei Mel Ramos hinaus entwerfen Künstlerinnen wie Evelyne Axell, Dorothy Iannone oder Marjorie Strider dezidiert weibliche Perspektiven auf Körperlichkeit und Sexualitäten. Und in der zweiten Generation der Pop Art ist es die kunst- und medienreflexive Inszenierung der eigenen Sexualität bei Jeff Koons, die schließlich alle klassischen Grenzen von „Kunst“ und „Pornographie“, „Ästhetik“ und „Kitsch“ sprengen wird.

Prof. Dr. Jonas Nesselhauf forscht und lehrt an der Fachrichtung Kunst- und Kulturwissenschaften der Universität des Saarlandes, u.a. zu Medien und Körper/lichkeit und Popular Culture Studies. Zuletzt erschien das Buch: Die Kunst der Zerstörung. Ästhetiken des Destruktiven im Medienvergleich (2026).

 

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